DaZ

Sprachliches Förderkonzept Deutsch für Migrantinnen und Migranten

Einen wichtigen Bestandteil des Schullebens am Westfalen-Kolleg stellt der Unterricht mit Studierenden dar, für die Deutsch nicht Muttersprache ist. Sprachförderung leistet einen wesentlichen Beitrag zu schulischer und gesellschaftlicher Chancengleichheit und Integration.

Dazu haben wir an unserer Schule ein Konzept differenzierter Sprachförderung entwickelt, das den unterschiedlichen Stand der Sprachkenntnisse berücksichtigt. Auf der Grundlage eines Sprachtests werden zwei unterschiedlich konzipierte Vorkurse (Vorkurs I / Vorkurs II), separater Deutschunterricht und Förderkurse in der Einführungsphase angeboten. Die Förderkurse besuchen in der Regel auch Studierende ohne Migrationshintergrund.

Am Westfalen-Kolleg besteht Konsens darüber, dass die Förderung der deutschen Sprache nicht auf den Deutschunterricht beschränkt sein kann. Da alle Fächer – wenn auch auf eine unterschiedliche und fachspezifische Art und Weise – mit Sprache und Texten „arbeiten“, werden in allen Fächern (neben den fachspezifischen Kenntnissen) auch sprachliche Fähigkeiten vermittelt.

Förderunterricht

 

 

 

 

 

 

 

DAZ-Förderkonzept

Bevor wir einen Überblick darüber geben, auf welche Weise das DaZ-Konzept an unserer Schule genau umgesetzt wird, soll zunächst deutlich gemacht werden, in welchen Bereichen Sprachförderung konkret ansetzt.

Bereiche der Sprachförderung

  • Leseverstehen
  • Hörverstehen
  • Förderung des Schreibens
  • Förderung des Sprechens
  • Entwicklung des Wortschatzes

Selbstverständlich muss die Förderung dieser fünf Bereiche der jeweiligen sprachlichen Entwicklungsstufe der Studierenden angepasst sein. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, beinhaltet die DaZ-Förderung am Westfalen-Kolleg folgende Stufen:

1. Stufe (Vorkurs) / Dauer: ein Semester

Ziel: Das Ziel der Sprachförderung im Rahmen des Vorkurses ist es, die sprachlichen Fähigkeiten der Studierenden in einer solchen Weise zu fördern, dass diese am Ende des Semesters qualifiziert sind, den Anforderungen des folgenden 1. Semesters sprachlich gerecht zu werden.

Umsetzung: Um dieses zu erreichen, erhalten die Studierenden insgesamt neun Stunden Deutschunterricht. In fünf dieser neun Stunden werden die grundlegenden Anforderungen des DaZ-Unterrichtes vermittelt, die im europäischen Referenzrahmen für die einzelnen Niveaustufen festgelegt sind: Das übergeordnete Ziel ist Kommunikationsfähigkeit, unterteilt in die vier o.g. Punkte (Lese- und Hörverstehen, Schreiben und Sprechen). Die Rezeption und Produktion von Texten erfolgt in den vier Stunden. Die enge Zusammenarbeit der in diesen Bereichen tätigen DaZ-LehrerInnen gewährleistet ein systematisches Vorgehen und eine angemessene Förderung der Fähigkeiten in den angesprochenen Bereichen.

2. Stufe (Einführungsphase) / 1.-2. Semester

Ziel: Das Ziel der Sprachförderung im Rahmen der Einführungsphase ist es, die sprachlichen Fähigkeiten der Studierenden in einer solchen Weise zu fördern, dass diese am Ende des zweiten Semesters qualifiziert sind, den Anforderungen der folgenden Qualifikationsphase sprachlich gerecht zu werden.

Umsetzung: Um dieses Ziel zu erreichen, erhalten die Studierenden mit Förderungsbedarf insgesamt acht Stunden Deutschunterricht. Dieser wird im Gegensatz zu den übrigen Fächern nicht im Klassenverband erteilt, sondern in zwei vierstündigen Kursen, an welchen ausschließlich die Studierenden mit besonderem Förderbedarf teilnehmen. Vier dieser acht Stunden entsprechen dem regulären Curriculum für das Fach Deutsch am Westfalen-Kolleg. Weitere vier Stunden dienen der gezielten Förderung sprachlicher und grammatikalischer Kompetenzen (ebenfalls nach der Niveauprogression des europäischen Referenzrahmens). Auch hier gewährleistet die enge Zusammenarbeit der beteiligten DaZ-LehrerInnen ein systematisches Vorgehen.

3. Stufe (Qualifikationsphase)/ 3.-5.Semester

Ziel: Auch wenn die Studierenden durch die intensiven Fördermaßnahmen ihre sprachlichen Fähigkeiten zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich verbessert haben, ist es sehr wichtig, dass diese sich mit dem Einsetzen der für das Abitur relevanten Qualifikationsphase nicht plötzlich allein gelassen fühlen. Daher ist das kontinuierliche Angebot gezielter sprachlicher Förderung unumgänglich.

Umsetzung: Um dieses Ziel zu erreichen, erhalten die Studierenden mit Förderungsbedarf neben dem regulären Deutschunterricht (Grundkurs: drei Stunden, Leistungskurs: fünf Stunden) zusätzlichen Förderunterricht im Umfang von zwei Stunden. Die Leistungen, welche die Studierenden im Rahmen des Förderunterrichtes erbringen, sind Bestandteil der Gesamtnote. Die enge Zusammenarbeit der beteiligten LehrerInnen gewährleistet eine gezielte Diagnose und Behebung individueller sprachlicher Problembereiche.