Volkswirtschaftslehre

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Allgemeines zum Fach Volkswirtschaftslehre

Vorurteile gegen die Volkswirtschaft

"Auf der ersten Etappe der 'Reise um die Welt in 80 Tagen' benutzten die Reisenden einen Ballon. Über Frankreich wurde der Ballon von Wolken
umhüllt, die Ballonfahrer verloren die Orientierung und mussten tiefer gehen. Als sie auf einem Feld einige Bauern sahen, riefen sie hinunter:
'Können Sie uns sagen, wo wir uns befinden?' Einer der Bauern antwortete mit lauter Stimme: 'Sie befinden sich genau über meinem Feld in einem Ballon.'
Die Ballonfahrer starrten sich gegenseitig verlegen an, überlegten einige Zeit, was der Bauer wohl gemeint haben könnte, und schüttelten die Köpfe.
Einer von ihnen fand des Rätsels Lösung: 'Dieser Mann da unten muss ein Ökonom sein', sagte er. Die anderen zeigten sich darüber überrascht
und wollten von ihrem Mitfahrer wissen, wie er dies wohl herausgefunden habe. 'Ganz einfach', sagte dieser, 'der Mann hat die Situation genau beschrieben, aber das hilft uns nicht weiter.'


Diese schöne Geschichte über das schlechte Image der Volkswirtschaftslehre zitiert der VWL-Professor Jörn Altmann in einem seiner
Ökonomie-Lehrbücher und beschreibt damit treffend, wie die VWL in weiten Teilen der Bevölkerung wahrgenommen wird: kompliziert und unnütz!
Gerade in unseren wirtschaftlich turbulenten, unübersichtlichen und krisengeschüttelten Zeiten, in denen selbst angesehene Experten widersprüchliche Analysen,
Beurteilungen und Prognosen formulieren ist es umso bedeutender, sich nicht abschrecken zu lassen von Vorurteilen oder der Komplexität
der Materie, sondern die Probleme systematisch zu erfassen und zunehmend Verständnis der Prozesse und damit Beurteilungs-
und Handlungsfähigkeit zu erlangen.


Widerlegung der Vorurteile: Die Volkswirtschaft gilt als eine der bedeutendsten Wissenschaften

Zugegeben, Volkswirtschaftslehre kann eine wirklich trockene Materie sein, die schon manchen gutwilligen Interessierten, der sich mit ihr auseinander setzen wollte, durch unverständliche Sprache, mathematische Darstellungen oder mangelnden Bezug zur Realität abgeschreckt hat. Das ist bedauerlich, denn für einen Wirtschaftswissenschaftler kann kein Zweifel daran bestehen, dass die meisten Probleme dieser Welt zu einem großen Teil auch ökonomische Probleme sind. Somit ist die Wirtschaftswissenschaft, natürlich insbesondere die Volkswirtschaftslehre, eine der wichtigsten wissenschaftlichen Disziplinen überhaupt.


Volkswirtschaft muss keineswegs „trocken“ sein: Der methodische Ansatz am Westfalen-Kolleg

Nicht um das zu beweisen, sondern nur um zu zeigen, dass die Ballonfahrer offensichtlich ignorieren, dass wirtschaftstheoretische und wirtschaftspolitische Betrachtungen über die reine Beschreibung hinausgehen und durchaus "weiterhelfen" können, sollen im Volkswirtschaftslehre-Unterricht mit unterschiedlichen Methoden und Medien (Sachtexte; Statistiken; Comics; Filme; Planspiele; eigene Erhebungen; Zeitungslektüre) den Studierenden elementare volkswirtschaftliche Zusammenhänge näher gebracht werden. Dabei spielt die Verknüpfung mit aktuellen Problemen und ihre Diskussion eine zentrale Rolle. Die methodische Orientierung des Volkswirtschaftslehre-Unterrichts wird ergänzt durch theoretische Erläuterungen, um Sinn und Zweck wirtschaftspolitischer Maßnahmen erfassen und beurteilen zu können. Dabei werden auch gegensätzliche Auffassungen nebeneinander gestellt – Wirtschaftswissenschaftler und  -politiker sind bekanntlich auch selten einer Meinung - , so dass unterschiedliche wirtschaftspolitische Strategien eingeordnet werden können. 

In welchen Semestern wird Volkswirtschaft angeboten?

Volkswirtschaft wird grundsätzlich in allen Semestern angeboten.In der Einführungsphase wird Volkswirtschaft in einem der beiden Semester unterrichtet und in der Qualifikationsphase kann Volkswirtschaft als Grundkurs im Bereich der „Gesellschaftswissenschaften“ belegt werden. Somit ist auch eine Wahl als 3. oder 4. Abiturfach in der Regel immer möglich!   

 


Volkswirtschaft in der Einführungsphase (1. + 2. Semester):

Volkswirtschaft wird in der Einführungsphase im 1. oder 2. Semester mit zwei Wochenstunden angeboten.

Verbindliche Semesterthemen in der Einführungsphase:

  • Antriebskräfte wirtschaftlichen Handelns;
  • Erarbeitung aktueller ökonomischer Probleme, z.B. Arbeitslosigkeit als grundlegendes ökonomisches
    und gesellschaftliches Problem
  • Demographie und Volkswirtschaft

 

 


Volkswirtschaft in der Qualifikationsphase (3. + 6. Semester): 

Volkswirtschaft ist in der Qualifikationsphase als Grundkurs im Umfang von drei Wochenstunden wählbar.
In der Regel ist eine Anwahl als drittes oder viertes Abiturfach möglich.

Verbindliche Semesterthemen in der Qualifikationsphase:


Drittes Semester:

Grundbegriffe der Ökonomie und Auseinandersetzung mit dem Arbeitsmarkt und den Grundlagen der Konjunkturpolitik

  • Wie kann die Wirtschaftsentwicklung gemessen werden?
  • Beschäftigungs- und lohnpolitische Diskussion: Mindestlohn, Tarifpolitik
  • Keynes vs. Friedman: 1:0 ?
  • Schuldenabbau oder weiter so?

Viertes Semester:

Grundlagen der Geldpolitik

  • Wie kommt Geld in die Welt?
  • Welche Rolle spielt die EZB?
  • Was ist unser Geld Wert? - Inflation, aus aktueller und historischer Perspektive

Fünftes Semester:

Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Globalisierung

  • Globalisierung: Fluch oder Segen?
  • Wie funktioniert der Außenhandel?
  • Rolle internationaler Organisationen wie des IWF, der Weltbank und der WTO


Sechstes Semester:

Verknüpfung und Vertiefung

  • Betrachtung aktueller wirtschaftpolitischer Fragestellung
  • Akteure der Wirtschaftskrise, Finanzkrise 

Das Curriculum ist auf der Grundlage der Vorgaben im Zusammenhang mit dem „Zentralabitur NRW“ konzipiert!


Das Curriculum ist auf der Grundlage der Vorgaben im Zusammenhang mit dem „Zentralabitur NRW“

Ministeriale Vorgaben für das Zentralabitur mit den fachspezifischen Operatoren und Aufgabenbeispielen für das Fach Volkswirtschaftslehre.