Erziehungswissenschaft

Der Mensch:        PISA: 
Wie ist er zu dem geworden, was er ist?   Ursachen – Folgen
  Annika, 15 Jahre  
 Jugendgewalt:   Multikulturelle Erziehung:
 Ein zunehmendes Problem?   Chancen - Probleme

Das Fach Erziehungswissenschaft befasst sich mit der Erschließung der Erziehungswirklichkeit, wobei es Erkenntnisse der Psychologie, der Soziologie sowie der Biologie mit einbezieht.

Wir beobachten, beschreiben und analysieren pädagogische Sachverhalte, erarbeiten wissenschaftliche Erklärungsansätze und fragen nach den Konsequenzen, die diese für die pädagogische Praxis nahelegen.

Das Fach Erziehungswissenschaft bietet zudem die Chance, vor dem Hintergrund erziehungswissenschaftlicher Erklärungsmodelle die eigene Biografie zu reflektieren.

Als Materialgrundlage dienen uns Fallbeispiele, wissenschaftliche Texte, Filme, statistisches Material etc.  Zur Veranschaulichung besuchen wir nach Möglichkeit pädagogische Einrichtungen wie z.B. ein Montessori-Kinderhaus, das Schulmuseum in Dortmund, eine Jugendfreizeitstätte o. ä. Einrichtungen.

Thema der Einführungsphase (1. bzw. 2. Semester):

  •        Was ist Lernen?
  •        Wie lernt man (optimal)?         

Themen der Qualifikationsphase (3. – 6. Semester):

  •        Modelle zur Erklärung menschlichen Verhaltens
  •        Die Entwicklung des Kindes zum Jugendlichen bzw. Erwachsenen
  •        Besonderheiten des Jugendalters
  •        Erziehung im Nationalsozialismus      
  •        Alternative Erziehungs- und Schulmodelle
  •        Interkulturelles Lernen 

Das Curriculum ist auf der Grundlage der Vorgaben im Zusammenhang mit dem „Zentralabitur NRW“ konzipiert!

Link zu den Vorgaben fürs Zentralabitur und zu den fachspezifischen Operatoren und Aufgabenbeispielen:
Operatoren und Aufgabenbeispiele 


3. Semester 

Psy­cho-se­xuel­le Ent­wick­lungs­the­o­rie von Sig­mund Freud

  • Kurz­bio­gra­phie von Sig­mund Freud/hi­sto­ri­sche Ein­ord­nung der The­o­rie
  • Trieb­the­o­rie (Li­bi­do, Sub­li­mie­rung)
  • To­po­gra­phi­sches Mo­dell ("Eis­berg-Mo­dell"): Un­be­wus­stes, Vor­be­wus­stes, Be­wus­stes
  • Ab­wehr­me­cha­nis­men (Ver­drän­gung, Über­tra­gung, Wi­der­stand, Re­gres­sion etc.)
  • In­stan­zen­mo­dell (Es, Ich, Über-Ich)
  • Pha­sen­mo­dell: ora­le, ana­le, in­fan­til-ge­ni­ta­le (phal­li­sche) Pha­se, La­tenz­zeit, Pu­ber­tät (Be­deu­tung der Kind­heit für die psy­chi­sche Ent­wick­lung ei­nes Men­schen)
  • Be­deu­tung der Psy­cho­a­na­ly­se für Pä­da­go­gik / Er­zie­hungs­zie­le aus psy­cho­a­na­lyt. Sicht (z.B. Ich-Stär­ke)
  • Kri­tik an Freuds Ent­wick­lungs­the­o­rie - Wür­di­gung der Ver­dien­ste Freuds                        

Psy­cho-so­zi­a­le Ent­wick­lungs­the­o­rie von Erik Er­ik­son

  • Kurz­bio­gra­phie von Erik Er­ik­son
  • Pha­sen­mo­dell: acht Pha­sen, die den ge­sam­ten Le­bens­lauf um­fas­sen
  • Be­deu­tung der so­zi­a­len Kom­po­nen­te für die Kon­sti­tu­ie­rung der Ent­wick­lungs­pha­sen
  • Ent­wick­lungs­auf­ga­ben und Kern­kon­flik­te der je­wei­li­gen Al­ters­pha­sen
  • Spe­ziel­le Be­deu­tung der er­sten Ent­wick­lungs­pha­se; Kern­kon­flikt Ur-Ver­trau­en versus Ur-Mis­strau­en
  • Be­deu­tung der Ju­gend­zeit für die Iden­ti­täts­ent­wick­lung;
  • Kern­kon­flikt Iden­ti­tät versus Iden­ti­täts­dif­fu­sion
  • Be­deu­tung von Er­ik­sons Ent­wick­lungs­mo­dell für die Er­klä­rung von Iden­ti­täts­proz­es­sen
  • Kri­tik an Er­ik­sons Pha­sen­mo­dell - Wür­di­gung der Vor­zü­ge von Er­ik­sons Pha­sen­mo­dell                        

Bin­dungs­the­o­rie (J. Bowl­by/R. Spitz)                        

Pi­a­gets Kogni­ti­ve Ent­wick­lungs­the­o­rie (nur LK)

  • Kurz­bio­gra­phie J. Pi­a­get
  • zu­grun­de lie­gen­der wiss. An­satz (Kon­struk­ti­vis­mus)
  • Grund­kennt­nis­se zu den vier Pha­sen (sen­so­mo­to­risch, prä­o­pe­ra­tio­nal, kon­kret-ope­ra­tio­nal, for­mal-ope­ra­tio­nal)
  • Pi­a­gets Ex­pe­ri­men­te (Ob­jekt­per­ma­nenz, In­va­ri­anz, Drei-Ber­ge-Ver­such, Rei­hen­bil­dung) und Aus­sa­gen zum Ego­zen­tris­mus und ma­gi­schem Den­ken
  • Sche­ma­ta/ Adap­tion (Adap­ta­tion) /As­si­mi­la­tion/Ak­ko­mo­da­tion/Äqui­li­bra­tion
  • Kri­tik an Pi­a­get

4. Semester

So­zi­a­li­sa­tions­the­o­rie von Klaus Hur­rel­mann: Mo­dell der pro­duk­tiven Re­a­li­täts­ver­ar­bei­tung                        

Zen­tra­le In­hal­te der acht Ma­xi­men zum Ju­gend­al­ter

  • Ju­gend­al­ter als ei­gen­stän­di­ge Ent­wick­lungs­pha­se
  • Entwicklungsaufgaben laut Hurrelmann
  • So­zi­a­li­sa­tion als "pro­duk­ti­ve Re­a­li­täts­ver­ar­bei­tung"
  • Ju­gend­li­che als "schöp­fe­ri­sche Kon­struk­teu­re ih­rer Per­sön­lich­keit"
  • Aus­sa­gen zur Iden­ti­täts­ent­wick­lung (In­te­gra­tion - In­di­vi­du­a­tion /so­zi­a­le - per­so­na­le Iden­ti­tät)
  • per­so­na­le und so­zi­a­le Ressourcen
  • in­ne­re und äu­ße­re Re­a­li­tät                        

So­zi­a­li­sa­tion als Rol­len­ler­nen: Me­ad und Krapp­mann

  • Zen­tra­le Be­grif­fe: Rol­le, In­ter- und In­tra­rol­len­kon­flikt
  • De­fi­ni­tion: Sym­bo­li­scher In­ter­ak­tio­nis­mus
  • So­zi­a­li­sa­tions­ver­ständ­nis
  • in­ter­ak­tio­ni­sti­sches Rol­len­ver­ständ­nis von Me­ad und Krapp­mann
  • Iden­ti­täts­ent­wick­lung
  • Zen­tra­le Be­grif­fe von Me­ad (Zei­chen/Ge­sten/Sym­bo­le; signi­fi­kan­ter/ge­ne­ra­li­sier­ter An­de­rer;-     ego-al­ter; play - ga­me; ro­le-ta­king - ro­le ma­king; I - Me - Self)
  • Zen­tra­le Be­grif­fe von Krapp­mann (Iden­ti­tät als Ba­lan­ce-Akt zwi­schen ge­sell­schaft­li­chen Er­war­tun­gen und per­sön­li­chen Be­dürf­nis­sen so­wie wi­der­sprüch­li­chen Rol­len­er­war­tun­gen; zu er­wer­ben­de Fä­hig­kei­ten: Iden­ti­täts­dar­stel­lung, Em­pa­thie, Rol­len­dis­tanz, Am­bi­gui­täts­to­le­ranz)                        

Prä­ven­tion und In­ter­ven­tion bei Ju­gend­kri­sen (ins­be­son­de­re bei Ge­walt)

  • For­men der Ge­walt (phy­sisch, psy­chisch, ver­bal, non-ver­bal, struk­tu­rell)
  • Ag­gres­sions­the­o­rien: Trieb­the­o­rien (Lorenz/Freud)
  • psychologische Theorien (lerntheoretischer Ansatz/Frustrations-Aggressionstheorie)
  • sozialpsychologischer (soziologischer) Ansatz (Desintegrationstheorem von Heitmeyer)
  • Mög­lich­kei­ten zur Ge­walt­prä­ven­tion und zum Um­gang mit Ge­walt: ver­schie­de­ne Kon­zep­te zur Aus­wahl: Streitsch­licht­er­pro­gramm; emo­tio­na­les Trai­ning "Faust­los" für Grund­schul­kin­der; Tä­ter-Op­fer-Aus­gleich; An­ti-Ag­gres­sion­strai­ning, Trai­nings­raum­kon­zept etc.)                        

Ju­gend­kri­sen aus sy­ste­mi­scher Sicht: Schlip­pe, Stier­lin (nur LK)

  • Über­win­dung der Tä­ter-Op­fer-Zu­tei­lung im Fa­mi­lien­ge­sche­hen
  • Ziel­set­zung: Klient sel­ber soll die Lö­sung fin­den
  • Prä­mis­sen: es gibt kei­ne mo­no­kau­sa­len Er­klä­run­gen für ein Pro­blem; es gibt kei­ne ob­jek­ti­ve Wahr­heit (Kon­struk­ti­vis­mus); der Klient sel­ber kann die Lö­sung fin­den; Ver­än­de­run­gen in ei­nem Teil­be­reich füh­ren zu ver­än­der­ten Be­zie­hun­gen / Er­war­tun­gen im Ge­samt­sy­stem
  • Me­tho­den: sy­ste­mi­sche Fra­gen (zir­ku­lär, Ska­lie­rung, "Wun­der"-Fra­ge, hy­po­the­ti­sche Fra­gen); Re­fra­ming; po­si­ti­ves Kon­no­tie­ren, Skulp­tu­ren­ar­beit; Ar­bei­ten mit Me­ta­phern

5. Semester

Erziehung im Na­tio­nal­so­zi­a­lis­mus

  • NS-Erziehungsideologie
  • Jugendorganisationen im Nationalsozialismus
  • Schule im Nationalsozialismus: Curriculum, Rassenideologie, Elitebildung (NAPOLA, Ordensburgen etc.)
  • pädagogische Konsequenzen für heutige Erziehung
  • Rechtsradikalimus heute: Ursachen, Möglichkeiten der Prävention und Intervention                         

Mon­tes­so­ri­pä­da­go­gik

  • Bi­o­gra­phie und kur­ze hi­sto­ri­sche Ein­ord­nung in die Re­form­pä­da­go­gik
  • Grund­la­gen: Men­schen­bild/zu­grun­de lie­gen­der wis­sen. An­satz (Kon­struk­ti­vis­mus); Kind als "Bau­mei­ster"; ab­sor­bie­ren­der Geist; sen­si­ble Pha­sen; Po­la­ri­sa­tion der Auf­merk­sam­keit
  • pä­da­go­gi­sches Kon­zept: Frei­ar­beit, zu­rück­hal­ten­de Rol­le der Lehr­kraft; kos­mi­sche Er­zie­hung; Stil­le-Übun­gen;
  • Pra­xis: Mon­tes­so­ri-Ma­te­ri­a­lien zur Ent­wick­lung der Sin­ne/der Spra­che/der ma­the­ma­ti­schen Fä­hig­kei­ten; Frei­ar­beits­ma­te­ri­a­lien; Lern­kar­teien; Übun­gen des prak­ti­schen Le­bens; ge­ord­ne­te Um­ge­bung/vor­be­rei­te­te Um­ge­bung; Ein­be­zie­hen al­ler Räum­lich­kei­ten (u.a. Flur, Fuß­bo­den etc.); Re­ga­le für frei zu­gäng­li­che Ma­te­ri­a­lien                        

Kon­zep­te in­ter­kul­tu­rel­ler Bil­dung und Er­zie­hung (nur im LK)

  • Ge­schich­te: Von der Aus­län­der­pä­da­go­gik zur In­ter­kul­tu­rel­len Er­zie­hung (u.a. Kul­tus­mi­ni­ster­be­schluss von 1996)
  • Kon­zept von Wolf­gang Nie­ke (ins­be­son­de­re: Ab­leh­nung von Eth­no­zen­tris­mus aber auch von Kul­tur­re­la­ti­vis­mus, Aus­sa­gen zu To­le­ranz/An­er­ken­nung frem­der Kul­tu­ren, Um­ge­hen mit Be­frem­dung/Ziel von Nie­ke: "Auf­ge­klär­ter Eth­no­zen­tris­mus"/kon­flik­to­rien­tier­ter An­satz)
  • Kul­tur und Iden­ti­tät (So­zi­a­li­sa­tion-En­kul­tu­ra­tion; Mi­gran­ten: trans­kul­tu­rel­le/mul­ti­ple Iden­ti­tä­ten)
  • In­ter­kul­tu­rel­les Ler­nen in Kin­der­gar­ten und Schu­le: Zie­le und Maß­nah­men

6. Semester
Zu­sam­men­fas­sen­de Wie­der­ho­lung