Aktive Erinnerungsarbeit zum Holocaustgedenktag 2017

Studierende berichten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse zur aktiven Erinnerungsarbeit. Am Abend vor dem offiziellen Gedenktag an die Opfer des Holocausts fand im Dortmunder Rathaus eine Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Auf der Flucht – Schicksale jüdischer Emigranten“ statt. In festlichem Rahmen lauschten so am 26.01.2017 zahlreiche Besucher, darunter auch Studierende des Westfalen-Kollegs, verschiedenen Stimmen des Erinnerns.
 
Neben einleitenden Worten Georg Borgschultes, des Vorsitzenden der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, und der Bürgermeisterin Birgit Jörder, konnte das Publikum einer Talkrunde folgen mit dem Experten für jüdische Geschichte Dortmunds, Rolf Fischer, und dem holländischen Gast John Löwenhardt, der ein Holocaustüberlebender der 2. Generation ist und dessen Familiengeschichte ihn über die NS-Zeit mit der Region verbindet – stammt sein Großvater doch aus Dortmund und wurde in Auschwitz ermordet. 
 
Erfreulicherweise gehörten – dank der Arbeit des Jugendrings Dortmunds – zu dem Chor der Erinnerung auch die Stimmen junger Leute: So wurde ein Filmprojekt der „BotschafterInnen der Erinnerung“ über die Fahrt nach Westerborg und die Begegnung mit Micha Schliesser, einem Überlebenden dieses Durchgangslagers, vorgestellt. Von den Studierenden des Westfalen-Kollegs hatte im Vorfeld an diesem Projekt Kristina Weber mitgewirkt, die zusammen mit ihrem Mitstudierenden Cedrik Rosenski auch auf der Bühne Rede und Antwort stand, als SchülerInnen verschiedener Dortmunder Schulen über die Ergebnisse ihrer Arbeit mit Erika Rosenberg-Band berichteten. Frau Rosenberg-Band hatte aus ihrem Materialfundus über Oskar Schindler und die NS-Zeit in dem Workshop, der im November am Westfalen-Kolleg stattfand, das Interesse an Emilie Schindler, der Ehefrau Oskar Schindlers, und ihrer Bedeutung für die Rettung der Juden geweckt. Produkte dieser gemeinsamen Arbeit wurden im Rathaus ausgestellt und ein Kurzfilm über Emilie Schindler lief vor und nach der Veranstaltung. Am Ende dieses Abends, der aufgelockert wurde durch musikalische Darbietungen der Gruppe Romberg-Klezmer und Beiträge der Tanzgruppe der jüdischen Gemeinde, hat sich gezeigt, dass gemeinsames Erinnern positive Potentiale freisetzt.Aktive Erinnerungsarbeit zum Holocaustgedenktag 2017
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