Pädagogischer Tag

Referent Dr. Ali Kemal Gün„Sprache ist der Schlüssel zur Welt.“ Diese Worte Wilhelms von Humboldt sind ebenso bekannt wie wahr. Sprache ist ein wichtiger Baustein gesellschaftlicher Teilhabe – auch und umso mehr für Menschen mit Migrationshintergrund. Am 18.12.2012 beschäftigten sich die Lehrenden und Sozialarbeiter des Westfalen-Kollegs im Rahmen eines pädagogischen Tages mit den Themen Interkulturelle Kompetenz und Sprachförderung. Nach anregenden und informativen Vorträgen durch die Referenten Dr. Ali Kemal Gün (Integrationsbeauftragter vom Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen) und Christian Nagel (Lehrender am Westfalen-Kolleg) wurde in sieben verschiedenen Workshops zu einzelnen Themenbereichen gearbeitet.

Interkulturelle Empathie: Diese Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Entwicklung pädagogischen Handelns hinsichtlich interkultureller Empathie. Die Studierendenschaft des Westfalen-Kollegs besteht aus Menschen mit verschiedensten kulturellen Hintergründen und Traditionszusammenhängen. Daraus ergeben sich Anforderungen sowohl an die LehrerInnen als auch an die Studierenden.
In der täglichen pädagogischen Arbeit stellen sich auch Fragen und Probleme, die sich aus unterschiedlichsten Werten und Grundhaltungen ergeben. Die Gesellschaft ist immer mehr vom Pluralismus der Weltanschauungen geprägt. Ziel ist es, die Schule zu einem Ort der Akzeptanz und Offenheit werden zu lassen.
Der Workshop wurde vom Verein idiz e.V. (= Interkulturelles Dialogzentrum e.V.) unterstützt. Im Rahmen einer Lehrerfortbildungsmaßnahme, die der Verein entwickelt hat zum Thema "Interkulturelle Kompetenz", wurde der Baustein "Wertvorstellungen und Erfahrungen" von Frau Özlan bearbeitet.

Förderung der deutschen Sprache in allen Fächern – Ergänzung des Bausteins „Texte lesen und verstehen“ in der Einführungsphase um den Bereich „Texte planen und verfassen“: Seit einigen Semestern arbeiten die Lehrenden des Westfalen-Kollegs in der Einführungsphase mit dem Methodenbaustein „Texte lesen und verstehen“, um den Studierenden grundlegende Techniken der Texterschließung zu vermitteln. In dem Workshop wurden die Grundlagen für die Konzeption eines Bausteins „Texte planen und verfassen“ erarbeitet. Es ging vor allem auch darum, die Anforderungen an zu erstellende Texte in den unterschiedlichen Fächern und die dazu erforderlichen Kompetenzen zu definieren. Ferner wurde überlegt, welche Rolle dem Fach Deutsch bei der Umsetzung des Bausteins zukommt und welchen Beitrag die anderen Unterrichtsfächer leisten können.

Schreibwerkstatt: Im Mittelpunkt einer Schreibwerkstatt stehen der Spaß am Schreiben und der kreative Umgang mit Wörtern. Dadurch können sich Barrieren im Kopf (und im Herzen) lösen und manchmal werden dabei ungeahnte Energien frei.
Ziel ist es zu schreiben, zunächst einmal unabhängig davon, was und wie geschrieben wird. Denken und Fühlen sind mindestens ebenso wichtige "Kompetenzen" wie Rechnen, Lesen und Schreiben – und "Wer denken und fühlen kann, kann auch schreiben."
In diesem Workshop wurden Möglichkeiten der Schreibmotivation besprochen und ein jährlicher, literarischer Schreibwettbewerb für die Zukunft geplant.

Sprachförderung in den Fächern Mathematik und Informatik: In diesem Workshop wurde den Fragen nachgegangen, welche Aspekte von Sprachförderung fachspezifisch bedeutsam sind. Ausgehend von einem Impulsvortrag zum Thema „Gelingenskriterien systematischer Unterrichtsentwicklung“ fand eine gemeinsame Diskussion um Handlungsoptionen der Fachkonferenzen im Hinblick auf vorhandene Ressourcen und perspektivische Gelingenswahrscheinlichkeit statt.

Workshop "Varus Verlag": Frau Birgit Laube vom Varus Verlag moderierte diesen Workshop.
„Sprachförderung fängt nicht erst bei der Versprachlichung oder Verschriftlichung durch die Lerner an, sondern bereits bei der Aufgabenstellung. Darüber hinaus kommt der Gesprächsführung (Moderation) der Unterrichtssituation durch die Lehrkraft besondere Bedeutung zu.“ Der Workshop richtete sein Augenmerk auf die Sensibilisierung für die Problematik und zeigte konkrete Anregungen und Hilfestellungen für die Umsetzung auf.

Sprachförderung im Fach Geschichte: In dem Workshop ging es um die Fortführung der Ausarbeitung einer Übungsklausur für die Studierenden und die Möglichkeiten der Förderung ihrer allgemeinen und fachspezifischen Kommunikationskompetenz. Schwierigkeiten bei der Bearbeitung einer Geschichtsklausur bestehen oftmals in der Strukturierung und sachlichen Distanz zum Quellentext sowie der angemessenen Verschriftlichung des Fachwissens. Die Musterlösung der Übungsklausur bietet daher neben der ausformulierten Lösung kommentierende Erläuterungen der einzelnen Arbeitsschritte, die zur Lösung der Aufgabe notwendig sind. Auf diese Weise wird den Studierenden u.a. verdeutlicht, nach welchen Ordnungskriterien sie ihr Fachwissen gliedern und verschriftlichen können. 

Sprachförderung in sozialwissenschaftlichen Fächern: Dieser Workshop stellte zunächst eine Analyse des Umgangs mit Sprachförderung am Westfalen-Kolleg an. Anschließend wurden unterschiedliche Strategien im Umgang mit Sprachschwierigkeiten im Unterricht erörtert.
Zudem wurden verschiedene Methoden zur Sprachförderung vorgestellt und diese gemeinsam im Hinblick auf Umsetzbarkeit im sozialwissenschaftlichen Unterricht beurteilt.

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