EU-Kooperation im lettischen Bildungsministerium vereinbart

Gemischtes europäisches Kollegium mit Edgars Grinis (4ter von links) Acht Lehrerinnen und Lehrer aus vier europäischen Nationen vereinbarten am 20.01.2011 im Bildungsministerium der lettischen Hauptstadt Riga eine enge Kooperation als bildungspraktische Antwort auf die Öffnung des europäischen Arbeitsmarktes 2011.
Der thematische und inhaltliche Rahmen der Kooperation wurde u.a. von den Kollegen Paul Breitenstein und Rolf Schellhase erarbeitet. Edgars Grinis, Abteilungsleiter für Bildungsentwicklung im Ministerium für Bildung und Wissenschaft Lettlands, war über das Niveau der geplanten Zusammenarbeit erfreut. Zusammen mit weiteren Schulen aus Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Österreich und Schweden soll ein Antrag zur Förderung des Projektes durch die Europäische Kommission in Höhe von insgesamt 150.000Euro gestellt werden.

Das Westfalen-Kolleg hat seit Jahren gute Beziehungen zu zahlreichen Schulen im europäischen Raum. Eine ganze Reihe von Kooperationsprojekten, sowohl mit EU-Mitteln geförderte als auch unabhängige, wurden durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen. In dieser Zeit wuchs Europa politisch, ökonomisch und kulturell mehr und mehr zusammen. Seit Anfang dieses Jahres ist der europäische Arbeitsmarkt vollkommen offen. Das hat u.a. zur Folge, dass die Arbeitsmigration, insbesondere bei jungen Erwachsenen, deutlich zunehmen wird. In diesem Zusammenhang werden zunehmend reguläre schulische Ausbildungen oft zwangsläufig abgebrochen, für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung wichtige Abschlüsse werden dann vielfach nicht erreicht.

Dies steht im Gegensatz zu einem zunehmenden Bildungsbedarf im europäischen Raum. 2008 wurde hierzu von der europäischen Kommission der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) als Standard beschlossen: „Der EQR fungiert als Übersetzungsinstrument, das nationale Qualifikationen europaweit verständlich macht und so die grenzüberschreitende Mobilität von Beschäftigten und Lernenden und deren lebenslanges Lernen fördert.“

Vor diesem Hintergrund wird das Lernen in Distanz, d.h. ortsunabhängige Vorbereitung auf europaweit anerkannte Abschlüsse, betreut durch die Heimatschule, eine wichtige Rolle spielen. Notwendige und nützliche Instrumente zur Betreuung und zur Kommunikation zwischen Distanzlernern und Distanzlehrern sind die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien(IKT).

Das Westfalen-Kolleg kann einiges an Erfahrungen in das geplante Projekt einbringen, so z.B. mit dem Bildungsgang abitur-online, durch die Zusammenarbeit mit der Schule für Zirkuskinder, im Projekt Notebook-Klassen, als Koordinationsschule für Externenabiturprüfungen. Fernziel ist der Aufbau eines europäischen Netzes von Stützpunktschulen zur inhaltlichen und
administrativen Unterstützung von Distanzlernern im europäischen Raum. Als Basis dienen die Kontakte des Westfalen-Kollegs zu Schulen in Bulgarien, Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Österreich und Schweden.

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