Jahr der Astronomie 2009

Besuch des Astronomischen Instituts

Studierende und Lehrer auf dem Dach der RUB Studierende des Westfalen-Kollegs besuchten am 25.06. das Astronomische Institut der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Dabei standen eigene astronomische Aufnahmen mit dem AIR-Teleskop via Internet sowie die Besichtigung des 3m-Radioteleskops und des 16-Zoll Spiegelteleskop der RUB auf dem Programm.

 

Hoch über den Dächern der Ruhr-Universität liegt einer der Arbeitsplätze von Peter Zinn, Doktorand am Astronomischen  Institut. Das 3m-Radioteleskop der Universität ist eins seiner Projekte. Es sieht aus wie eine große Fernseh-Satellitenantenne, die in alle Raumrichtungen geschwenkt werden kann, und es ist durch eine Kunststoffkuppel gegen Wind und Wetter geschützt. Peter Zinn erklärt das Radioteleskop

Die Antenne fängt 21cm-Radiowelle auf, die von Wasserstoff-Wolken emittiert werden. Dabei kommt es je nach Bewegung der Wolke durch den Dopplereffekt zu geringen Verschiebungen in den langwelligen bzw. kurzwelligen Bereich. Begeistert erzählt Herr Zinn, dass es ihm mit den Gerät gelungen ist, zu zeigen, dass sich die äußeren Gaswolken unserer Galaxie schneller bewegen als sie es nach den Keplerschen Gesetze tun dürften. Daraus kann man schließen, dass unsere Galaxie wesentlich mehr Masse besitzen muss als wir in Form von Sternen und leuchtenden Gasen sehen können: Dunkle Materie genannt.
   
Peter Zinn befestigt den Sonnenfilter am Teleskop Das ebenfalls auf dem Dach der RUB stehende 16-Zoll-Spiegelteleskop dient dagegen der direkten Beobachtung der Gestirne im sichtbaren Bereich des Lichts. Tagsüber lässt sich damit nur die Sonne beobachten. Hierzu musste Herr Zinn allerdings einen Sonnenfilter vor die Teleskopöffnung montieren, um die Augen der Beobachter, aber auch das Teleskop selber zu schützen. Ohne Sonnenfilter würde sich das Teleskop so stark erhitzen, dass es zerstört würde.

Der Blick auf die Sonne ist im Moment allerdings eher langweilig, da außer einer granulatartigenGerd Ewert beobachtet die Sonnenoberfläche Oberfläche keine Details zu erkennen sind. Seit mehr als zwei Jahren fehlen die sonst typischen Sonnenflecken. Aber dies ist für die Astronomen wieder sehr interessant. "Was ist mit der Sonne los?", wollen sie wissen. Fährt die Sonne ihre Aktivität zurück, wie schon in der Zeit zwischen den Jahren 1800 bis 1850, die auf der Erde als "Kleine Eiszeit" bekannt ist? Oder setzt die Fleckenaktivität in den nächsten Jahren wieder verstärkt ein?

Der typische Arbeitsplatz für einen Astronom ist heute allerdings der Computer. Beobachtungen sind in der Regel automatisiert und werden von Computern gesteuert. Dabei muss das Teleskop nicht einmal in der Nähe sein.

Christian Wagner begutachtet die ersten Jupiteraufnahmen Die Studierenden des Westfalen-Kollegs steuerten im neu eingerichteten MONET-Raum der Universität via Internet das 1,2m-AIR-Teleskop in Texas/USA. Das erste Objekt war Jupiter. Deutlich konnten Wolkenbänder und der Transit des innersten Mondes Io erkannt werden.

Als weiteres Objekt wurde der Saturnnebel (NGC7009), Überreste eines vor Jahren explodierten Sterns im Sternbild Wassermann, aufgenommen. Das Licht benötigt über 2000 Jahre, um uns zu erreichen. Im Zentrum ist deutlich der Stern zu erkennen, der den planetarischen Nebel zum Leuchten anregt. Weniger deutlich, aber noch erkennbar, sind die beiden nach oben und unten abgehenden Jets, die dem Objekt ein dem Saturn ähnliches Aussehen geben.

 Sternenfriedhof "Saturnnebel"

 Io vor Jupiter

 

 

 

 

 

 

LINKS:
Homepage der AIR-Arbeitsgruppe
http://wkdo.nw.lo-net2.de/air/

Astronomisches Institut der Ruhr-Universität Bochum
http://www.astro.ruhr-uni-bochum.de/MONET/

IYA 2009 in Deutschland - Internationales Jahr der Astronomie 2009
http://www.astronomy2009.de/

 

 

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