Besuch der Abschiedsvorstellung von „Kasimir und Karoline“

Studiert man aufmerksam die aktuellen Zentralabiturvorgaben für das Fach Deutsch, so stößt man sehr schnell auf die Themenvorgabe „Bühneninszenierung eines dramatischen Textes“.
Das klingt auf den ersten Blick sperrig und auch auf den zweiten nur mäßig spannend. Dass sich dahinter bei genauerer Betrachtung aber durchaus eine äußerst abwechslungsreiche, bunte und aufwühlende Welt verbergen kann, erfuhr ein Deutsch-Leistungskurs des Westfalen-Kollegs aus dem vierten Semester, welcher die Abschiedsvorstellung des Dramas „Karoline und Kasimir“ von Ödön von Horváth im Megastore des Theaters Dortmund am 19.05.17 besuchte.

Die dort dargebotene Darstellung einer Beziehung zur Zeit der Weltwirtschaftskrise punktete dabei trotz der zeitlichen Distanz – der weitgehend originalgetreu vorgetragene Text stammt von 1932 - durch ihren geradezu erschreckend anmutenden Aktualitätsbezug.
Zudem bot die bisweilen schrille und aufgedrehte Inszenierung der im Stück dargestellten Oktoberfestatmosphäre einen dramaturgisch stimmigen Kontrast zu den Nöten und der existenziellen Verzweiflung der handelnden und leidenden Protagonisten.
Die Reaktionen der Studierenden im Nachhinein variierten durchaus von „komplett begeistert“ bis „moderat kritisch“ - kalt gelassen hatte das Stück jedoch keinen und so wurde diese konkrete „Bühneninszenierung eines dramatischen Textes“, nachdem der sprichwörtliche Vorhang gefallen war, noch lange und intensiv mit großer Leidenschaft diskutiert und reflektiert.

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